Es ist wieder einmal September und das grosse Himmelszeichen aus der Offenbarung wird wie jedes Jahr aktuell debattiert. Wie immer fehlt es nicht an Träume, die sich im Nachhinein als Träumereien herausstellen:
"Und ein grosses Zeichen erschien im Himmel: ein Weib, mit der Sonne
bekleidet, und der Mond unter ihren Füssen, und auf ihrem Haupte eine
Krone mit zwölf Sternen." (Offenbarung 12:1)
Das Sternbild Jungfrau ist astronomisch (nicht astrologisch) das grösste Zeichen im Sternbildkreislauf (Ekliptik). Es kann sein, dass Johannes das Sternbild Jungfrau gesehen hat, eindeutig ist das nicht, aber es würde eigentlich passen.
Das Wort "bekleidet" steht im "Passiv Perfekt" und bezieht sich auf ein Ereignis aus der Vergangenheit:
"Das Passiv Perfekt beschreibt Handlungen in der Vergangenheit, die bereits abgeschlossen sind." (Deutsche Akademie)
Es kann durchaus sein, dass dieser Vers die Geburt Christi rückblendend beschreibt, also dass Jesus geboren wurde, als Sonne und Mond im Sternbild Jungfrau standen:
"Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt. (...) Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heiden mit eisernem Stabe weiden soll; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron." (Offenbarung 12:2+5)
Wir wissen ja, dass Jesus ungefähr im dreissigsten Lebensjahr das Evangelium lehrte und dass er nach dreieinhalb Jahren am 14. Nissan zur Stunde der Lammschlachtung am Kreuz starb. Wenn man die sechs Monate ab dem jüdischen Monat Nissan für das halbe Jahr rückwärts zählt, dann ist es wiederum September oder Oktober, da ist die Sonne im Sternbild Jungfrau. Die Geburt könnte somit in das Sternbild Jungfrau fallen.
Das Wort "bekleidet", im Griechischen "periballó" (G 4016) , kann auch mit "umhüllt", "umgebend" oder "bedeckt" übersetzt werden.
Diesjährig ist die Sonne astronomisch am 17. September 2026 in das Sternbild Jungfrau eingetreten, am 10. Oktober 2026 wird es Neumond im Sternbild Jungfrau sein, zirka zwei Tage später ist der Mond unter den Füssen.
Einige sind nun der Ansicht, dass am Tag der Entrückung das gleiche Himmelszeichen vorhanden sein wird, also Sonne und Mond im Sternbild Jungfrau. Es kann so sein, aber es ist nicht explizit so erwähnt, denn das Himmelszeichen bezieht sich auf die Vergangenheit.
Man argumentiert mit den Schöpfungsepochen aus dem Buch Henoch. Es sind 7000 Jahre nach der Schöpfung gesetzt, die letzten 1000 Jahre von den 7000 Jahren sind "Ruhetag", also analog der sieben Schöpfungstage, wobei ein Jahr gleich tausend Jahre sind.
Das Tausendjährige Reich beginnt nach den 6000 Jahren. Aber ab wann man die 6000 Jahre zählen soll, ist ungewiss. Man teilt in 4000 Jahre vor Christus und 2000 Jahre nach Christus ein. Aber das Geburtsjahr von Jesus kann es gar nicht mehr sein, denn da sind die 2000 Jahre schon längst vorbei.
Kommt dazu, dass die Jahre nicht korrekt gezählt sind, wir wissen gar nicht in welchem Jahr nach Christus wir heute sind. Es gibt in der Zählung der Jahre historische Fehler, Lücken und Dubletten, die Zählung basiert auf einer Übereinkunft.
Warum sollte Jesus seine treuen Christen mit dieser Himmelkonstellation entrücken ???
Auszuschliessen ist es nicht, aber es ist besser, sich nicht darauf zu fixieren, es kann heute, morgen oder übermorgen (im symbolischen Sinne) geschehen. Jesus lehrte, dass wir auf die Endzeitereignisse achten sollen, die werden unsere Zeichen sein.